Therapie gegen chronische Halsschmerzen

Ausgetrockneter Rachen sorgt für Entzündungen

03.01.2008 Carsten Uekötter

Chronische Halsschmerzen können als Ursache eine behinderte Nasenatmung haben. Diese sorgt für eine Atmung durch den Mund und ein Austrocknen des Rachens

Jeder leidet ab und zu mal unter Halsschmerzen. Diese gehören zu fast jeder Erkältung dazu wie die juckende Nase und die tränenden Augen. Doch gibt es auch Halsschmerzen, deren Ursache nicht so offensichtlich ist. Neben der klassischen Mandelentzündung oder einer Infektion mit einem Virus oder Bakterien leiden viele Menschen unter chronischen Halsschmerzen, die sie Wochen oder gar Monate verfolgen.

Halsschmerzen nach dem Aufstehen

Meist fühlt sich der Hals schon nach dem Aufstehen rau an und das Schlucken schmerzt. An guten Tagen erholt sich der Hals im Verlauf des Tages wieder. An schlechten Tagen bleiben die Schmerzen bis zum Abend bestehen und verschlimmern sich durch äußere Einflüsse wie Kälte, Rauch oder häufiges Sprechen. Wenn alle im Handel erhältlichen Heilkräuter und Lutschpastillen fehlgeschlagen sind und ein Infekt ausgeschlossen werden kann, stellt sich die Frage nach der Ursache dieser Halsschmerzen.

In vielen Fällen hört sich dies relativ einfach an: Die jeweilige Person schläft mit offenem Mund. Das hat zur Folge, dass der Rachen austrocknet und somit wesentlich anfälliger wird für Reizungen und Entzündungen. Dies ist besonders in den Morgenstunden bemerkbar, wenn sich der Hals richtig rau und ausgemergelt anfühlt. Die Lösung des Problems klingt einfach, nämlich den Mund beim Schlafen schließen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, schließlich ist der eigene Mund im Schlaf nicht besonders gut kontrollierbar. Deshalb müssen die Ursachen für die Mundatmung behoben werden.

Halsschmerzen durch behinderte Nasenatmung

Der häufigste Grund für eine starke Mundatmung ist, dass zu wenig Luft durch die Nase dringt. Eine Möglichkeit, die zu einer verstopften Nase führt ist Heuschnupfen beziehungsweise eine Allergie. Im Winter besonders gegen Hausstaub und Milben, im Sommer gegen Pollen. Durch diese Allergie sind die Atemwege in Alarmzustand und besonders nachts kommt zu wenig Luft durch die Nase und der Mund geht auf. Eine weitere Möglichkeit sind zu stark ausgeprägte Nasenpolypen. Diese verhindern ein freies Einatmen und sorgen ebenfalls für eine gestörte Atmung in der Nacht.

Sind diese Möglichkeiten durch einen HNO-Arzt ausgeschlossen, gibt es noch andere Varianten, die jedoch nicht so leicht zu bekämpfen sind. Schläft die betreffende Person auf dem Rücken, geht bei vielen Menschen automatisch der Mund auf. Auch können starke Albträume oder unruhiger Schlaf die Atmung stören und für ein Austrocknen des Rachenraums sorgen.

Therapiemöglichkeiten für chronische Halsschmerzen

Besonders wichtig ist es für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer zu sorgen. Dies kann durch Handtücher auf der Heizung, das Aufstellen von Wassertöpfen, Brunnen oder Raumbefeuchtern, aber auch durch Pflanzen geschehen, die sich positiv auf das Raumklima auswirken. Außerdem ist darauf zu achten, immer ein Getränk neben dem Bett stehen zu haben und während der kurzen Aufwachphasen in der Nacht immer einen kleinen Schluck zur Befeuchtung des Rachens zu sich zu nehmen. Ein ähnlicher Effekt wird auch mit Emser-Salz-Pastillen erzielt. Von Nasensprays mit dem Wirkstoff Xylometazolinhydrochlorid ist abzuraten, da diese zwar im ersten Moment für eine Befreiung der Nase sorgen, jedoch auf Dauer das genaue Gegenteil bewirken und sich dabei noch schädlich auf die Nasenschleimhäute auswirken. Handelt es sich um eine Allergie oder Nasenpolypen, so weiß der HNO-Arzt die entsprechende Behandlung, die für eine bessere Nasenatmung sorgt.

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